LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Konstantin Steinfurth und Kai Strauch fiebern DM-Premiere entgegen (HK-Art)

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 2.8.2019:


Main-Taunus- Bei den 119. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften, die am Samstag und Sonntag im Berliner Olympiastadion ausgetragen werden, sind mit Hammerwerfer Konstantin Steinfurth (LG Eppstein/Kelkheim) und 400m-Mann Kai Strauch (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) gleich zwei Athleten des Main-Taunus-Kreises am Start. Aus Hessen nehmen insgesamt 124 Athleten aus 49 Vereinen teil. Nach der U 23 DM geben Steinfurth und Strauch ihre Visitenkarte jetzt auch bei den „Großen“ ab. Dabei reist Hammerwerfer Steinfurth mit frischem Lorbeer an. In Erfurt wurde er Deutscher Meister im Rasenkraftsport (Einzel und Mannschaft).

„Das war für mich nochmal vor den „Deutschen“ eine Möglichkeit, Wettkampfluft zu schnuppern“, meinte der Eppsteiner Student. Hinzu kam im Rahmen des Rasendreikampfes auch noch ein Hammerwurf. Die Weite von 60,77m war durchaus zufriedenstellend.
Seinen letzten Einzel-Wettkampf im Hammerwurf bestritt er bei den Süddeutschen. Hier warf er eine Weite von 61,12 m. Eine Weite, die auch in Berlin drin ist. Doch da will sich der 22-Jährige nicht unter Druck setzen. „Ich möchte den Wettkampf einfach genießen“, ist sein Motto. Wichtig ist für ihn auch, den Kopf frei zu haben. Das war zuletzt nicht der Fall, denn in der Woche vor der DM standen noch Klausuren bei der Uni Bad Homburg an.
Ein weiteres Handicap- er zog sich in der linken Schuler eine Entzündung zu. Das ist beim Hammerwurf schon ein großes Handicap, denn der Abwurf erfolgt bei Konstantin Steinfurth über die linke Schuler.
Doch damit nicht genug – in den letzten drei Wochen nahm er 5 kg ab, für einen Hammerwerfer schon ein enormer Nachteil, zumal Konstantin Steinfurth mit seinen 98 kg Körpergewicht ohnehin kein Schwergewicht ist. „Da habe ich zuletzt mit reichlich Kohlehydraten gegengesteuert“, berichtet Steinfurth. Gegensteuern hieß es auch beim Wurftraining, um die linke Schulter zu schonen. Athletik, Sprünge und Medizinballstoßen waren Trainingsinhalt.

Konstantin Steinfurth betritt am Samstag um 11 Uhr den Ring des Berliner Olympiastadions. Für den Wettbewerb sind maximal 12 Starter zugelassen. Platz eins bis sechs – sind weg, so die Einschätzung des Eppsteiner Studenten. Acht nehmen nach dem Vorkampf im Finale teil. Es müsste also Platz sieben oder acht her, um das Finale zu erreichen. Dann würde Konstantin Steinfurth gar bei der Siegerehrung im sicher gut besuchten Olympiastadion dabei sein. Das wäre dann für den Eppsteiner traumhaft. Wobei die DM- Teilnahme im geschichtsträchtigen Berliner Olympiastadion ohnehin schon ein Traum ist. „Dafür könnten 61-62 m , die ich in dieser Saison schon geworfen habe, reichen“, bewertet Steinfurth seine Chancen auf das Finale.

400m-Hessenmeister Kai Strauch hat zuletzt Wettkämpfe bei den Süddeutschen in der 4 x 100 m und 4 x 400 m Staffel der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain bestritten. Da wartete er mit guten Leistungen auf. Besonders in der 4 x 400 m Staffel sorgte er für Silber der LG. „Danach haben wir bewusst an keinen Wettkämpfen mehr teilgenommen, zumal Kai auch durch Klausuren belastet war“, erläutert Trainerin Sabine Müller die Trainingssteuerung ihres Schützlings. Das Ziel der Trainerin – Kopf frei und ausgeruht an den Start gehen.
Mit der gegenwärtigen Form sind Athlet und Trainerin zufrieden. Die Zeiten über die 150 m und 350 m aus dem zurückliegenden Trainingstagen dokumentieren eine gute Form. „Besonders die 350 m Zeit konnte sich sehen lassen. Sie war eine der schnellsten im Training“, hat Sabine Müller ausgemacht. Sie listet die Trainingszeiten sorgfältig auf.

Kai Strauch möchte seine Bestzeit von 47,79 Sekunden schon unterbieten. Wie weit es dann im voraussichtlich 24 Starter umfassenden Teilnehmerfeld geht, bleibt abzuwarten. „Eine Zeit von 47,50 Sekunden wäre super“, so Kai Strauch.
Wichtig ist für ihn auch, dass er frei im Kopf starten kann. Dafür hat der zielstrebige Student gesorgt, denn die anstehenden Klausuren hat er rechtzeitig abgeschlossen, so dass er sich nun voll auf die DM konzentrieren kann. Renntaktisch wird er Risiko laufen, aber dabei auch im Auge behalten, nicht zu früh „alle Körner“ zu verschießen. Das könnte sonst am Ende fatale Folgen haben.
Die zu erwartende Zuschauerkulisse sorgt ihn nicht. Bei einer deutschen Staffelmeisterschaft der U23 hat er das schon mal erlebt. Das ist ihm nicht neu. (rmü)