LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

WM Gold-, Silber- und Bronzemedaille für Margret Göttnauer und Anne Reuschenbach

Artikel aus dem Höchster Kreisblatt vom 3.4.2019:


Torun/Bad Soden – Mit insgesamt 2 Gold-, fünf Silber- und zwei Bronzemedaillen kehrten Margret Göttnauer (W 65) und Anne Reuschenbach (W 35/beide LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) von den 8. Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren mit Winterwurf, integriertem Crosslauf, Straßenlauf und Halbmarathon aus dem polnischen Torun zurück. Bronze gab es auch für Ingrid Schäfer (LG West Taunus/W 80 ) im Kugelstoßen mit 6,91 m.

Margret Göttnauer startete in Torun gar als amtierende Weltmeisterin im 10 Straßenlauf, konnte diesen Titel aber nicht verteidigen. "Es lief für mich dennoch recht gut. Bei Kilometer acht startete die neue Weltmeisterin Penelope Forse (Großbritannien) eine Attacke. Doch da konnte ich nicht mehr mithalten. Die Silbermedaille ist für mich absolut in Ordnung ", war die LG-Athletin zufrieden. Göttnauer lief 46:28 Minuten, die neue Weltmeisterin 45:57 Minuten. Dennoch gab es für Göttnauer Gold. Zusammen mit Elfriede Ganter (LT Unterkirnach) und Marion Sarasa (LG Ron -Hill Berlin) gewann sie für Deutschland den Mannschaftswettbewerb im Straßenlauf.

Im Crosslauf, der auf einer Distanz von 8 Kilometer einen anspruchsvollen Kurs bot und den Aktiven einiges abverlangte, lag Göttnauer klar auf Goldkurs. Doch plötzlich, kam wie Phönix aus der Asche, die Finnin Hellevi Mankki und fing Göttnauer noch ab. Beide liefen 39:16 Minuten. Die Finnin wurde jedoch auf Platz eins gesetzt. "Wo die herkam, ist mir ein Rätsel. So etwas habe ich noch nicht erlebt", konnte Göttnauer den Ausgang dieses Laufes, den sie so klar beherrscht hatte, lange nach dem Zieleinlauf immer noch nicht fassen. Dennoch gab es Trost - denn auch hier holte Margret Göttnauer für Deutschland Mannschafts-Gold.
Auch im Halbmarathon lief es für Göttnauer prächtig. Bei nahezu idealen Bedingungen zeigte Göttnauer vom ersten Kilometer an keine Schwächen. "Bei meinem dritten Wettkampf bei dieser WM bin ich wirklich grandios durchgekommen. Es lief einfach rund", beschrieb Göttnauer ihren Lauf zum dritten Silber. Das gute Laufgefühl wurde mit einer Zeit von 1:42:47 Std. dann auch prompt bestätigt. Damit blieb sie deutlich unter der Meldezeit von 1:46 Std.

Vier Starts – vier Medaillen. „‘Das war für mich die maximale Ausbeute. Nur im Gewichtswurf hätte es Silber statt Bronze sein können", meinte Anne Reuschenbach. Am Samstag zuvor wartete sie noch mit einer Leistung von 11,01 m auf. Das wäre in Torun Silber gewesen. „So musste ich mit 9,97 m im letzten Versuch mit Bronze zufrieden sein“, so Reuschenbach. Dieser Wettkampf lief nicht gut. So begann die LG Athletin mit zwei ungültigen Versuchen.
Der Speerwurf-Wettbewerb stand unter dem Motto „Vom Winde verweht“. Hagelschauer und starke Seitenwinde von hinten rechts erwiesen sich als sehr ungünstig. Mit Saisonbestweite von 33,58 m, die Reuschenbach im letzten Versuch erreichte, war Silber aber völlig ungefährdet. An Gold von Mareike Metz (Post SV Trier) mit 35,86 m war nicht zu rütteln.
Auch im Hammerwurf wartete Anne Reuschenbach mit einer Saisonbestleistung auf. Der erste Versuch war ungültig. Doch dann konnte sich Reuschenbach von Versuch zu Versuch steigern. Am Ende reichten 33,75 m, erzielt im fünften Versuch, erneut zu einer Silbermedaille. Im Diskuswurf war Reuschenbach diesmal nicht in der Lage, technisch sauber zu werfen. „Das war nichts. So kann ich mit Bronze bei einer Weite von 31.39 m zufrieden sein“, beschrieb Reuschenbach ihren Wettkampf.

Obwohl nicht alles optimal lief, war die Bad Sodenerin mit ihrem Auftritt zufrieden. „Gegenüber meiner Konkurrenz bin ich in Sachen Größe und Gewicht doch um einiges zurück. Das zeigt sich dann auch in den Weiten. Mehr kann ich kaum rausholen“.
Für Ehemann Andreas Reuschenbach (M 40) war Torun der erste Wettkampf auf WM-Ebene. Mit seiner Premiere ist er durchaus zufrieden. Saisonbestleistung von 38:29 im 10 km Straßenlauf und Platz 17 sind bemerkenswert. Im Crosslauf (8 km) gab es mit 32:48 Minuten Rang 28.

WM-Atomsphäre schnupperte auch Sohn Roman (4). Dabei hat ihn besonders Sprinter Francis Obikwelu (M 40), Ex-Europameister über 100 m und 200 m, beeindruckt. Auch vom angebotenen „Lebkuchen-Kurs", Torun ist die Stadt der Lebkuchen, war Reuschenbach Junior sehr angetan.

Im Fünfkampf der W 65 startete auch Brigitte Lemence (LG Bad Soden/Neuenhain/Sulzbach). Mit 1534 Punkten belegte sie Platz sieben. Einige Disziplinen liefen nicht nach der Vorstellung der LG-Athletin. (rmü)

FM