LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

6 Hallen-Vereinsbestleistungen beim Hallenauftakt in Frankfurt

Traditionell ist ja das Schülersportfest des Kreises Frankfurt Ende November oder Anfang Dezember für unsere WettkämpferInnen der Auftakt zur Hallensaison. Der letzte Wettkampf im Freien in Bruchköbel liegt gerade mal 2 Monate zurück und nun gilt es, sich auf die teilweise recht unterschiedlichen Bedingung in der Halle umzustellen. Nun, das ist den 15 Schülerinnen und Schülern der LG BSN am vergangenen 1. Advent (2.12.18) gut bis sehr gut gelungen.

6 Vereins-Hallenbestleistungen, 2 Siege, jeweils 3 zweite und dritte sowie 6 vierte Plätze, weitere Endlauf- bzw. Endkampfplätze und eine Fülle toller Leistungen – die Bilanz kann sich wirklich sehen lassen. Schülertrainer Peter Conrad hat sich in seinem Bericht vom 3.12.18 mit den einzelne TeilnehmerInnen und ihren erfolgreichen Leistungen ausführlich beschäftigt. An dieser Stelle liegt der Fokus daher auf der statistischen Auswertung für die Bestenlisten.

Altersklassenwechsel mitten in der Hallensaison

Viele der gestarteten AthletInnen nahmen eine der letzten Gelegenheiten wahr, sich vor dem Wechsel in die nächste Altersklasse noch in ihrer alten Kategorie zu verewigen. Im Schülerbereich gehört man ja nur jeweils ein Jahr derselben Wettkampfklasse an, dann erfolgt der Wechsel. Da die Wechsel nun immer zum 1. Januar eines neuen Jahres wirksam werden, finden sich die Schüler mitten in der laufenden Hallensaison in einer neuen Wettkampfklasse wieder und ihre Leistungen gelten dann für die Bestenlisten der neuen Alterskategorien. Diese Situation haben wir im Freien nicht. Bei dieser Konstellation kann man dann auch interessante Entwicklungen beobachten. Die Schüler haben meistens Ende Februar/Anfang März ihren letzten Hallenwettkampf, gehen dann in die Freiluftsaison und nehmen ihre Wettkämpfe in der Halle wieder in derselben Altersklasse auf – mit rd. 7 Monaten dazwischen. Gerade im Schülerbereich können sich in dieser Zeit starke Entwicklungen vollziehen und diese werden dann in den Ergebnislisten im Dezember sichtbar.

Jungs

Nehmen wir Jan-Hendrik Schuster (M12). Im Februar 2018 lief er die 60m in 9,56. Das reichte noch nicht für die TOP 10 in der Hallenbestenliste. Nun stehen bei ihm seit dem 1. Advent 9,11s zu Buche – über 5/10 schneller und Rang 7 der Vereinsbestenliste. Die Vereinsbestmarke hält hier Luis Lange seit 2013 mit 8,42. Über 60m Hürden fehlt eine Vergleichszeit von Jan-Hendrik aus der letzten Hallensaison. Seine 11,26s jetzt in Frankfurt bedeuten aber neue Vereinshallen-Bestleistung (VHBL). Er verbesserte die 6 Jahre alte Marke von Daniel Schön (11,42) erheblich.

Oder Leo Burns. Seine 50m-Zeit vom Februar (8,20s) brachte ihm Rang 10 der Bestenliste ein. Nun machte er einen gewaltigen Sprung auf 7,75s, was ihn auf Rang 3 katapultiert. Die Vereinsbestmarke liegt hier bei 7,48s, gelaufen von Joscha Kunstmann 2014. Ähnlich Leos Weitsprung-Leistungsentwicklung. 3,59m, gesprungen im Februar 2018, langten nicht zu einem Platz unter den ersten 10. Jetzt landete er rund einen halben Meter weiter in der Grube – Platz 7 in der Rangliste (die VHBL hält auch hier J. Kunstmann mit 4,47m).

Auch bei Bruder Max Burns lief es ähnlich – 8,33s über 50m im Februar (Platz 8), jetzt 7,85 und VHBL (die alte hielt Nico Lagermann mit 8,21s in 2011). Sein Weitsprung passt ebenfalls in dieses Schema: 3,31m im Februar, jetzt 3,96m und VHBL (die alte BL hielt D. Schön seit 2010 mit 3,71m). Gleiches Bild bei Maren Hontke (W 10) über 50m: 8,96s im Februar (kein Platz unter den besten 10), jetzt 8,46s und Rang 7.

Zurück zu den Gebrüdern Burns. Beide haben in der letzten Hallensaison keine 800m-Läufe bestritten. Aber in der Freiluftsaison zeigten sie dann schon, zu welchen Zeiten sie über die beiden Stadionrunden fähig sind – Leo 2:46,28min, Max 2:59,32min. Und nun 4 Runden in der Halle: Leo 2:38,48min, Max 2:41,06min – für beide bedeutet das Vereinshallenbestleistung. Sicher, in der Halle gibt es keinen störenden Wind, aber dafür gibt es mehr Kurven - nicht immer kann man die Vor- und Nachteile gegeneinander aufwiegen, aber am Schluss müssen die 800m in beiden Fällen bis zur Ziellinie gelaufen werden. Und so schnell wie die Brüder Burns waren die 10- und 11-jährigen der LG in der Halle bisher noch nie. Yannick Risto konnte sich übrigens über 800m im Schatten von Leo mit 2:48,33min auf Platz 2 der ewigen Bestenliste vorlaufen.

Bemerkenswert auch, dass in der Klasse M 10 drei LG-Starter schneller waren als der bisherige Inhaber der Bestmarke, Fabio Zengeler (2012: 2:57,06min) – neben Max Burns noch Carsten van de Kamer, 2:53,51min, und Ruven Schreiber knapp dahinter, 2:53,73min. Und auch Timon Knick konnte sich mit 3:00, 93min auf Platz 5 im Vorderfeld der Rangliste platzieren. Timon und Ruven konnten sich auch in anderen Disziplinen in die TOP 10 schieben. Timon über 50m mit 8,22s sogar auf Rang 3 und Ruven über 50m mit 8,50s auf Platz 7 und mit 3,45m im Weitsprung ebenfalls auf Rang 7. Nachzutragen ist hier noch der 1,25m-Hochsprung von JH Schuster, der ihn auf Platz 4 der VHBL hievt.

Mädchen

Bei den Mädchen waren in Frankfurt zwei Gruppen am Start, d.h. die eine bestand nur aus Julia Jung (W 14), die andere aus den U12-Schülerinnen. Julia machte in Kalbach dort weiter, wo sie im Spätsommer aufgehört hatte. Bei den Kreismehrkampfmeisterschaften in Hofheim Anfang September überquerte sie die Hochsprunglatte bei 1,50m. Und genau 1cm höher sprang sie nun in Kalbach – Vereinshallenbestleistung (die alte hielt Lena Naumann mit 1,48 seit genau 10 Jahren); im Februar 2018 hatte Julia in Kalbach noch bei 1,38m den Wettkampf beenden müssen.
Auch über 60m verbesserte sie sich – auf 8,44s und Platz 3 der VHBL. Die Bestleistung hier steht seit 2010 bei 7,96s, gelaufen von Denise Wagemans. Die 60m-Strecke ist für Julia eigentlich viel zu kurz, aufgrund ihrer Größe kommt sie langsamer in die Beschleunigungphase. Wenn sie dann „ins Rollen“ gekommen ist, ist das Rennen auch schon wieder zu Ende. Die 100m im Freien werden ihr deutlich besser liegen. Im Weitsprung drang sie ebenfalls in die TOP 10 vor. Mit 4,47m war sie selbst zwar nicht zufrieden, aber die Weite bringt ihr Rang 6 in der VHBL ein, die seit 2010 mit 4,79m von Denise Wagemans angeführt wird.

Bei den jüngeren Mädchen fehlten die ganz großen Ausreißer nach oben, aber auch hier gab es einige hervorragende Einzelleistungen. Peter Conrad hatte ja schon die Entwicklung von Natascha Schäfer (W11) im Frankfurter Weitsprungwettbewerb von Sprung zu Sprung beschrieben. Ihr bester, 3,92m, bringt ihr nun gleich Rang 2 in der ewigen Bestenliste ein. Die VHBL wird hier von Eliska Uncovska seit dem letzten Jahr mit 4,29m gehalten. Leider ist Eliska in letzter Zeit nicht mehr in Erscheinung getreten – ihre Entwicklung wäre auch interessant gewesen. Und auch Theresa Hungbaur schaffte mit 3,67m und Platz 9 den Sprung in die TOP 10 der 11-Jährigen der LG. Theresa war zudem auch über 800m unterwegs – ihre 3:02,84min bedeuten Platz 3 der Bestenliste. Auch hier liegt Eliska Uncovska mit 2:53,49 an der Spitze – gelaufen übrigens vor genau einem Jahr an gleicher Stelle in Kalbach. Zum Vergleich: der Freiluftvereinsrekord wird nun schon seit 14 Jahren von Ellise Meyer gehalten, die 2004 in Bruchköbel 2:46,64min lief. Natascha Schäfer schaffte übrigen auch über 50m den Sprung unter die TOP 10 - ihre 8,11s bedeuten Platz 8.

Maren Hontkes Steigerung über 50m wurde oben schon angesprochen. Ella Mareike Jung (W10) war in der letzten Hallensaison nicht aktiv, so dass keine Vergleichszeiten und -Weiten vorliegen. Was aber vorliegt, sind ihre vorzüglichen Leistungen von Frankfurt – mit 2:59,87min blieb sie knapp unter der 3-Minuten-Schwelle und schaffte damit den Sprung auf Platz 2 der Bestenliste. Die Vereinsbestmarke hat hier Julia Koß vor 11 Jahren gesetzt – 2:52,70min. Und auch über 50m konnte Ella sich mit 8,61s gleich hinter Maren auf Platz 8 der Bestenliste einreihen. Und noch ein drittes Mal taucht Ella in den TOP 10 einer Disziplin auf – 3,35m im Weitsprung bedeuten Rang 7. Nun haben die Platzierungen auch nicht immer die ganz große Aussagekraft. Oft liegen die Leistungen ganz eng beieinander und so hätten 3cm mehr in der Grube gleich Platz 5 für Ella bedeutet. Im Freien stehen bei ihr übrigen 2,96m als Bestleistung zu Buche.

Staffeln

Auf die Schwierigkeiten der Staffeln hat Peter Conrad ja schon in seinem Bericht hingewiesen. Und so gab es auch nicht die ganz großen Zeiten. Die 4x50m Staffel der U 12-Jungs (Tom Pankratz, Leo Burns, Yannick Risto und Fabian Lenz) kam mit 31,32s nicht an die Zeit heran, die im Februar in Kalbach als Vereinsbestleistung registriert wurde, gelaufen vom Quartett Ben Ketschmer, Yannick Risto, Max Burns und Leo Burns. Max Burns lief diesmal in der zweiten Staffel der LG, denn die Trainer hatten die beiden Staffeln konsequent als M11 – bzw. M10-Staffeln aufgestellt. Die M10-Staffel lief mit Timon Knick, Carsten van de Kamer, Ruven Schreiber und Max Burns 31,94s und damit auf Platz 3 der VHBL.

Die U12-Mädchenstaffel trat in der Besetzung Natascha Schäfer, Ella Jung, Maren Hontke und Theresa Hungbaur an und trug nach 35,34 Sekunden den Staffelstab ins Ziel – Platz 3 in der VHBL: Die Bestmarke 33,12s hält hier seit dem Februar 2018 das Quartett Zoe Börner, Anik Eser, Helen Peri und Neela Szangolies, von denen diesmal in Frankfurt keine am Start war.

Alles in allem also eine gute bis sehr gute Ausbeute zum Saisonbeginn in der Halle. Vielleicht ist das ja Motivation für weitere Entwicklungen. Der Chronist weiß aus eigener Erfahrung, dass die Eigenmotivation nach tollen Leistungen der stärkste Antrieb sein kann.


FM