LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Hallensportfest in Frankfurt-Kalbach: Siege für Julia Jung und Leo Burns


Am ersten Advent fand die 2018er Ausgabe des traditionsreichen Frankfurter Kreishallensportfests der Altersklassen U12 bis U16 in der Leichtathletikhalle zu Kalbach statt und erfreute sich eines zahlreichen Zuspruchs. Unter diesen Umständen ist nicht zuletzt seitens der Frankfurter Leichtathleten mit starker Konkurrenz zu rechnen, was die Athleten der LG BSN gleichermaßen anspornt wie herausfordert.

Julia Jung (W14) heimste den ersten LG-Sieg ein: Sie gewann den Hochsprung in ihrer Altersklasse mit übersprungenen 1,51m sozusagen im Gleichschritt mit Dana Wettstein (LAZ Gießen), mit der sie sich denn auch den Sieg teilte. Ihren 3. Platz in guten 8,44s über 60m mußte sie sich kurioserweise ebenfalls teilen, diesmal mit Julia Sophie Hückelheim von der Frankfurter Eintracht. Charakteristisch für Julia ist ihre enorme Endschnelligkeit nach eher verhaltenem Start. Im Weitsprung schließlich wurde sie Siebte mit 4,47m.

Es könnte direkt als Wortspiel durchgehen, dass Jan-Hendrik Schuster (M12), obschon Mehrkämpfer, beim Hallensportfest als Einzelkämpfer antrat; denn er war der einzige Athlet der LG BSN in seiner Altersklasse. Dafür konnten sich seine Leistungen sehen lassen: Über 60m wurde er Fünfter in 9,11s, die 60m Hürden beendete er als Vierter in 11,26 s, im Hochsprung brachten ihm 1,25m ebenfalls den 4. Platz und im Kugelstoßen wurde er Siebter. Jan-Hendrik hätte womöglich noch besser abgeschnitten, wenn ihm wie seinen Konkurrenten von der Frankfurter Eintracht eine Leichtathletikhalle zur Verfügung stünde; ohne deren Leistungen irgend schmälern zu wollen, trägt ihnen eine Trainingsstätte, die frei von Witterungseinflüssen ist, einen gewissen Wettbewerbsvorteil ein, zumal in technischen Disziplinen.

Die U12, verteilt auf zwei Trainingsgruppen bei der LG BSN, weil die 2007 geborenen Kinder nächstes Jahr in der U14 starten, war einmal mehr das stärkste Kontingent und konnte immerhin drei Staffeln stellen. Dabei taten sich einmal mehr die Brüder Leo (M11) und Max (M10) Burns durch vorzügliche Leistungen hervor. Beide pflegen gerade auf der 800-m-Distanz ihrer Konkurrenz zu enteilen, weil sie tempohart zu laufen vermögen und besonders Max für erstaunliche Zwischensprints gut ist. Leo gewann die 800m der M11 in 2:38,48 min und blieb als einziger Läufer der U12 unter 2:40 min; hätte er sich 50 Meter eher zum Antritt entschlossen, dürfte er eine Zeit um 2:35 min erreicht haben. Max ging relativ früh an die Spitze in seinem Rennen und wirkte zu Beginn der Schlussrunde beinahe ein wenig müde, parierte dann unvermutet einen Angriff mit einem gewaltigen Konditionssprint, so dass er nach 2:41,06 min seinen Zeitlauf sicher gewann; insgesamt wurde er damit Zweiter.

Überhaupt die 800m: Obwohl die besondere Klasse von Leo und Max Burns unübersehbar ist, kamen unsere Athleten aus dem sogenannten zweiten Glied durchweg zu guten Zeiten. Debütant Carsten van de Kamer (M10) landete in 2:53,51 min knapp vor Ruven Schreiber (M10), der sich mit 2:53,73 min deutlich unter den berühmten drei Minuten etabliert hat; 2019 werden beide auch die 2:50 min schlagen. Ella Jung (W11) kam nach 2:59,87 min ebenfalls hauchzart unter drei Minuten ein; bei ihr zeigt sich, wie der Crosslauf der Tempohärte spürbar aufhilft. Timon Knick (M10) und Theresa Hungbaur (W11) verfehlten die 3:00min nur knapp, bestätigten dabei aber den Aufwärtstrend der LG BSN auf dieser Distanz.

Leo Burns sprang darüber hinaus 4,04 m weit zu einem 3. Platz und wurde Zweiter über 50 m in neuer persönlicher Bestzeit von 7,75 s. Max wurde je Dritter über 50 m in 7,85s und im Weitsprung mit 3,96 m. Persönliche Bestleistungen erzielten auch Timon Knick und Maren Hontke im 50m-Sprint, die jeweils die Endläufe erreichten. Zur vielleicht kuriosesten persönlichen Bestleistung kam Natascha Schäfer (W11) im Weitsprung: In den ersten beiden Versuchen sprang sie 3,37 und 3,51m, um sich im dritten Versuch auf nicht weniger als 3,92m zu steigern. Zwar genügte dies bei überaus starker Konkurrenz nicht zum Endkampf der letzten acht, doch ist es ausgesprochen selten, dass sich eine so junge Athletin buchstäblich von einem Versuch zum nächsten so prompt und so deutlich verbessern kann; in der Trainingslehre spricht man hier von Umstellungsfähigkeit.

Weniger erfolgreich waren leider die Auftritte der LG-Staffeln. Zwar gebrach es keineswegs an der Schnelligkeit, doch zeigten sich die Kinder nicht auf dem gleichen Stand, was die Kunst des Stabwechsels anlangt. Die jeweiligen Abläufer müssen nämlich genau dann druckvoll lossprinten, wenn die Anläufer die Ablaufmarken erreicht haben; dies allerdings erfordert, die instinktive Bangigkeit zu überwinden, dass man dem Anläufer enteilen könnte und macht nur zu deutlich, warum man Wechsel wieder und wieder üben muss.

Alles in allem dürfen die Trainerinnen und Trainer mit der bisher geleisteten Arbeit und den erzielten Resultaten durchaus zufrieden sein, und wenn auch die Podestplätze nicht eben Legion sind, hat sich das Leistungsniveau in allen Disziplinen in den letzten Jahren erfreulich verbessert.
(Peter Conrad)

FM