LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Drei Staffeln mit SB bei Regionalmeisterschaften

Bei Regionalmeisterschaften stehen nur die 4x100m-Staffeln der je 4 weiblichen und männlichen Alterskategorien auf dem Wettkampftableau. Die LG BSN schickte am vergangenen Wochenende in Sulzbach insgesamt 5 Staffeln in 4 Klassen ins Rennen, bei den Frauen waren zwei Quartette am Start (für alle anderen Wettbewerbe siehe gesonderten Hauptbericht). Es gab zwei 2. und zwei 4. Plätze, ein Frauenteam wurde disqualifiziert. Ob es Podestplätze gab, hing auch von den Meldungen ab. Bei den Frauen waren insgesamt 3 Teams am Start, bei der w U 18 waren es 4, bei der m U 18 zwei und bei der w U16 sechs. Das sind nicht gerade die ganz großen Massen – Vorläufe erübrigten sich deshalb auch. Interessant in diesem Zusammenhang die Meldelisten für die kommenden Hessischen Meisterschaften. Da sind es bei den Frauen 9, bei der m U 18 5, bei der w U 18 15 und bei der w U 16 gar 20 Staffeln, die die Rennen in Angriff nehmen werden. Entsprechend muss man dann auch die Resultate unserer Staffeln bei den regionalen und bei den hessischen Titelkämpfen einordnen.

Die Frauenstaffel mit Ellise Meyer, Paula Wendt, Naomi Heidrich und Helena Broj lief mit deutlichem Abstand, aber mit SB 51,61, auf Platz 2 hinter der siegreichen Mannschaft von Friedberg-Fauerbach. Wie an anderer Stelle im Hauptbericht erwähnt, ist ja das Ziel, so schnell wie noch nie in der Laufbahn oder in der Saison zu sein, eine echte Motivations-Alternative zu einer vorderen Platzierung, wenn klar ist, dass es zu ganz vorne nicht reichen wird. Bei Staffeln fehlt ja in der Regel der „PB-Effekt“, so dass der Vereinsrekord (der gar Kreisrekord) die wesentliche Bezugsgröße ist. Etwas anderes ist es, wenn eine Staffel in einer Saison immer in derselben Besetzung läuft, dann gibt es so etwas wie eine saisonale PB einer Staffel. Der Vereinsrekord bei den Frauen liegt übrigens seit 2012 bei 47,63 – aufgestellt bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid von Sarah Urban, Silke Dittombée, Lisa und Lena Naumann. Vorher hatte sich das Quartett Ellise Meyer, Silke Dittombée, Lisa und Lena Naumann in Friedberg den vorerst letzten Hessentitel geholt.

Mit am Start in Sulzbach war auch ein Seniorinnenquartett. Franziska Zirnig, Sabine Müller, Anne Reuschenbach und Sarah Schraub wollten sich für die Qualifikationskämpfe zur Deutschen Teammeisterschaften (W 35) warmlaufen und einwechseln. Leider gab es beim ersten Wechsel einen Regelverstoß, so dass die Staffel disqualifiziert werden musste. Aber zumindest der Trainingseffekt war gegeben.

Die m U 18-Staffel mit Timon Last, Tim Trappmann, Till Müller und Leo Kohlhepp wurde bei zwei teilnehmenden Mannschaften Zweiter hinter Dortelweil. Wichtiger ist aber die Zeit – 49,03 Sekunden für die gemeinsame Stadionrunde. Denn es ist die Entwicklung dieser Staffel in dieser Saison, die sie interessant macht – 50,34 bei der Bahneröffnung Ende April in Neuenhain, dann 49,23 bei den Kreismeistersaften eine Woche später und nun eben 49,03. Man darf gespannt sein, was der Lauf bei den Hessischen bringt. Neben den Vier von Sulzbach ist auch noch Johann Reiter Mitglied der Staffel. Vereinsintern sieht es jetzt so aus, dass die 49,03 Sekunden Platz 7 in der Vereinsbestenliste bedeuten. Zum Vereinsrekord sind es allerdings noch ein paar Sekunden. Den hält seit 2011 das Quartett Fabian Hromadka, Fabius Hobler, Kilian Gautsch und Nico Best, das seinerzeit in Kassel mit 45,67 Hessischer Vizemeister wurde.

Auch die w U 18 Staffel war in dieser Saison dreimal am Start. Dem Auftakt bei der Bahneröffnung mit 53,47 (Natascha Unglaube, Anne Gaugel, Paulina Risto, Tara Heurung) folgte eine 53,16 bei den Kreismeisterschaften mit den beiden W 15-Läuferinnen Leeloo Pruy und Johanna Richardson, dazu Natascha und Tara. Nun liefen wieder Natascha, Anne, Paulina und Tara die den Staffelstab nach 53,29 Sekunden ins Ziel. Man wird gespannt sein auf die Aufstellung für die 4x100m Staffel bei den Hessischen. Denn dort wird auch die 4x400m-Staffel gelaufen, aber nur für die Altersklasse U 20, die bei uns aber zahlenmäßig nicht so gut bestückt und auf U18-Läuferinnen angewiesen ist. Da müssen sich die Trainer insgesamt viele Gedanken machen, wie der gesamte Staffelkader optimal auf all die Staffeln verteilt wird.

Leeloo und Johanna wurden gerade erwähnt – sie liefen mit den Wagner-Zwillingen Mirja und Eva im Feld der U 16-Staffeln und wurden jetzt mit ihrer Saisonbestleistung von 52,56 Vierte in Sulzbach. Die Steigerung gegenüber den 53,26 von der Bahneröffnung in Neuenhain ist signifikant. Und die Zeit wurde gelaufen, nach dem Wagner-Zwillinge schon zusammen 5 und Johanna zwei 100m-Läufe in den Beinen hatten. In Bebra werden sie ausgeruht an den Start gehen – wie erwähnt gegen 19 andere Quartette. Und dann können sie sich vielleicht noch näher an den Vereinsrekord heranlaufen (z.Zt. Rang 3 der Vereinsbestenliste), den mit 50,66 (zugleich auch Kreisrekord) seit 2009 das Quartett Leonie Heidemann, Fee Müller, Denise Wagemans und Lena Naumann hält, die damals in Alsfeld Hessenmeisterinnen wurden

Wenden wir uns einer Staffel zu, die in Sulzbach gar nicht am Start war.
„Wie bereiten wir uns am wirksamsten auf die Hessischen Staffelmeisterschaften vor?“ Es ist sicherlich nicht die naheliegendste Frage, die man sich bei den Regionalmeisterschaften stellen kann. Und doch beschäftigt sich das Trainerteam der LG BSN (Sabine und Christian Müller, Jochen Dittombée) just mit dieser Problematik. Es ist ja hin und wieder so, dass man eine Vorgehensweise auch vom Ende her denken kann und dieses Ende sind nun die Hessisches Staffelmeisterschaften am 31.5.2018 (Fronleichnam) in Bebra.
Und da stellte sich hier da und da schon die Frage, sollen wir bei den Regionalmeisterschaften, auf Medaillenjagd gehen oder die etwas höheren Ziele im Auge behalten?
Das Männerquartett Ermias Abrhaley, Steffen Trenk, Hendrik Becker und Kai Strauch war bei den Kreismeisterschaften vor drei Wochen mit 42,66 Vereinsrekord über 4x100m gelaufen. Mit dieser Zeit wäre die Staffel jetzt in Sulzbach deutlich vor Regionalmeister Friedberg-Fauerbach gelandet. Das weitergehende Ziel wäre nun die Quali-Norm für die Deutschen Meisterschaften gewesen. 42,10 – eine Zeit, die bei den Regional- oder Hessenmeisterschaften durchaus realistisch wäre, legt man die tolle, seit den Kreismeisterschaften noch angestiegene Form des gesamten Quartetts als Messlatte an. Und immerhin ist die LG BSN ja auch Titelverteidiger.

Aber – und nun wird es regeltechnisch kompliziert – in dieser Besetzung wäre die Norm Schall und Rauch gewesen, denn Ermias Abrhaley ist als Eritreer bei Deutschen Meisterschaften nicht startberechtigt. Auch Qualifikationsleistungen, die mit Startern erzielt wurden, die bei den DM nicht teilnahmeberechtigt sind, zählen nicht. Angesichts der Leistungsstärke der aktuell aktiven Männer der LG erscheint eine DM-Quali ohne Ermias nicht realistisch. Die entsprechenden Regelungen des DLV sind kontrovers diskutiert worden. Einerseits entsprechen sie nicht dem Geist des Sports und den Bemühungen gerade kleinerer Vereine um Integration. Andererseits wäre es auch nicht förderlich, wenn große Vereine mit anderen finanziellen Möglichkeiten sich „ausländische Staffeln zusammenkaufen“, wie es in anderen Sportarten durchaus üblich ist (Tischtennis z.B. als ganz krasses Beispiel).

Aber in der Leichtathletik haben wir nun mal diese Regelung und so stellt sich die Frage, ob die LG nicht vielleicht trotzdem versuchen sollte, über 4x100m den Titel zu verteidigen. Ein weiterer Aspekt kommt jedoch hinzu. Drei der Läufer – Trenk, Becker, Strauch – werden auch über 4x400m an den Start gehen. Dazu kommt Patrick Gottschalk. Und nun kommt die Taktik ins Spiel. Sind nicht – auch angesichts der Stärke der anderen Kurzsprintstaffeln (wie das neugegründete Sprintteam Wetzlar mit Hallen-WM-Teilnehmer Pohl) - die Chancen besser, wenn alles auf die 4x400m-Karte gesetzt wird? Schwierige Entscheidung – an Fronleichnam wird man sehen.

Dies alles vorausgeschickt wurde zunächst entschieden, in Sulzbach keine 4x100m-Staffel ins Rennen zu schicken und auch keine Teilnehmer für die 100m zu melden. Über 400m hätten die Vier möglicherweise alle 4 ersten Plätze belegt, wären aber nicht richtig gefordert worden (höchstens untereinander) und hätten vielleicht auch einige Körner auf der Stadionrunde gelassen. So fanden sich Patrick, Steffen, Hendrik und Kai alle am Start des 200m-Laufs wieder. Und das Ergebnis gibt zumindest dieser Entscheidung Recht – tolle Sprints von allen (siehe Hauptbericht über die Regionalmeisterschaften).

Fronleichnam, 17:10 Uhr in Bebra, wissen wir mehr, wenn die 4x400m Staffel der Männer mit 6 Teams gestartet wird. Außer der LG BSN und neben den Titelverteidigern vom LAZ Gießen stellen sich noch die Staffeln von Eintracht Frankfurt, der MT Melsungen, der StG Untermain und der StG Nauheim/Königstädten/ Trebur dem Starter. Die Referenzzeiten für unser Quartett sind übrigens 3:22,94/Vereinsrekord (seit 2015), 3:21,55 (TV Lorsbach seit 1995) und 3:18,00 (Quali-Norm für die DM).


FM