LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Sehr erfolgreich - die Läufer der LG bei der Senioren-EM -

vom 27. Juli bis 6. August 2017 fanden im dänischen Aarhus die Europameisterschaften der Leichtathletik Senioren (EMACS) statt. Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks mit 250.000 Einwohnern liegt etwa 210 km von der deutsch-dänischen Grenze entfernt direkt an der Ostsee.

Obwohl etwa 840 km vom Main-Taunus-Kreis entfernt, nahmen einige Athleten der LG-BSN die lange Anreise mit dem Auto in Kauf um an dem dortigen Event teilzunehmen. Zu bemerken wäre welch hohe Eigenkosten jeder Teilnehmer zu bewältigen hatte. Unterkunft, Speise und Trank, Kosten für die Teilnahme, bei Wehwehchen den Masseur. Jeder weiß, Dänemark ist extrem teuer. Man braucht halt auch viel Enthusiasmus und 11 Tage können lang sein.

Mit 3841 Teilnehmern hatten die Veranstalter einiges zu stemmen und zu koordinieren. Alle Startzeiten wurden fast eingehalten, sodass kaum Verzögerungen entstanden. Als Wermutstropfen empfand man, dass trotz zweier Riesenbildschirme im Stadion immer nur Werbung erschien und kein einziges Mal Informationen geliefert wurde, welche Disziplin gerade läuft, wer überhaupt läuft, keine Namen, nichts. Es wirkte dadurch etwas anonym, konnte aber die dort herrschende Atmosphäre nicht schmälern.

Am 29.7. musste Andreas Reuschenbach (M40) an den Start zum 1500m Lauf, den er in der Zeit von 4:48,67 hinter sich brachte. Zufrieden war er mit seinem Ergebnis überhaupt nicht - 28.Platz. Die Beine waren irgendwie schwer wie Blei und nichts ging. Am 3. 8. kamen dann in der M 40 die 800m an die Reihe, das lief dann schon erheblich besser mit dem 21. Platz in 4:48,67 bei sehr großer Konkurrenz. Schade nur, dass die Qualifikation zur DM um eine Sekunde verpasst wurde, aber es gibt ja noch andere Gelegenheiten.

Peter Oberließen legte am 2.8. los und siegte im Endlauf bei den M55 im 400m Lauf souverän mit einer Zeit von 55,18 vor dem Briten Peter Ilo (56,79) und dem Polen Jan Czustka (57,28). Natürlich mussten vorher die Qualifizierungs-Läufe für die Endläufe stattfinden, die er alle mit großem Abstand für sich entschied. Am 5.8. war dann der Endlauf für die 800m, die er mit 2:06,83 dominierte - vor dem Schweden Johan Engholm (2:11,39) und Gert Schmidt (2:11,41). Dass hier Riesenapplaus ertönte war aufgrund des großen Abstandes angemessen. Am späten Abend ging es dann weiter mit der 4x100m Staffel. Das deutsche Quartett lief in der Reihenfolge Thorsten Proschwatta, Peter Oberließen, Wolfgang Richter und Heiner Lueers und erkämpfte sich die Silbermedaille in der Zeit von 49,15 vor Frankreich mit 49,77. Erste wurden die Briten in einer Zeit von 47,74.

Am letzten Wettkampftag (6.8.) musste Peter noch mal antreten, und zwar zur 4x400 m Staffel, die in fast gleicher Besetzung lief - Thorsten Poschwatta, Heiner Lueers, Joachim Weber und Peter Oberließen. Auch hier erlief sich die Staffel den 2. Platz in einer Zeit von 3:58,00.

Der älteste im LG-Feld war Ernst Zuber in der Altersklasse M85. Leider stürzte er beim 100m Lauf, sodass er hier ohne Ergebnis blieb. Aber dann am Abend kam der Hammer. WELTREKORD mit der 4x100 m Staffel - 1:14,52 mit den M85 Senioren Karl Steiner, Horst Pfeiffer und Herbert E. Müller. Da war die Hölle los im Stadion-Rund, hinterher schafften die deutschen W 70 Damen das gleiche Erlebnis. Die Freude war riesig und endlos.

Margret Göttnauer, die in der Altersklasse W 65 startete, musste am 30.7. mit dem 1500 m Lauf beginnen. Nach 10m, als sie sich nach vorne orientieren wollte, erlitt sie eine Muskelverletzung im Oberschenkel und wollte schon aufgeben, biss aber die Zähne zusammen und lief weiter. Vom Lauf selbst hat sie nicht sehr viel mitbekommen. Einfach durchhalten und sie wurde bei großer Konkurrenz noch mit dem 4. Platz mit einer Zeit von 6:03,00 Minuten belohnt. Die folgenden 2 Tage bis zum nächsten Lauf war sie dann beim Masseur, der sie mit je einem blauen Fleck pro Pobacke entließ. Jetzt hieß es abwarten.

Am 2. 8. dann Antreten zum 5000m Lauf. Gegen die Belgierin Danielle Justin hatte sie keine Chance und musste sie ziehen lassen, setzte sich aber schnell an die 2. Stelle, die sie bis zu vorletzten Runde halten konnte, musste aber dann Gudrun Vogl an sich vorbeiziehen lassen und wurde mit der Bronzemedaille belohnt - in einer Zeit von 22:42,04. Die Verletzung behindert halt doch, aber es hat gereicht.

Am 5.8. dann der letzte Lauf, zum Glück wurde 2 Tage vorher in letzter Sekunde auf den Vorlauf verzichtet, da nur noch 12 Teilnehmer anstatt 15 erschienen, (2 Ruhetage mehr) Die 800m gingen flott los, Margret setzte sich an die dritte Position konnte am Ende die Dänin Ingerlise Jensen überholen und wurde dann selbst wieder von Victoria Scharbatke überholt(3:00,20) während die Britin Agnes Hitchmough mit 2:55,51 unangefochten den Sieg einfuhr. Margret konnte den mit einer Zeit von 3:00,94 3. Platz halten und war überglücklich.

(Werner Göttnauer)


FM