LG Bad Soden / Sulzbach / Neuenhain

Hessentitel für 4 x 100m Männerstaffel

Zwei Youngster als Start- und Schlussläufer, dazwischen zwei Routiniers – das war die Erfolgsformel für das Sprint-Quartett der LG BSN. Hendrik Becker, Kai Strauch, Steffen Trenk und Patrick Gottschalk gewannen mit 43,08 die 4x100m Staffel bei den Hessischen Staffelmeisterschaften am Himmelfahrtstag (25.5.17) in Friedberg. Nach einigen vergeblichen Anläufen klappte es diesmal mit dem Titel - vor den Staffeln aus Wehrheim und der StG Untermain. Es war die viertbeste Zeit, die je von einer LG-Männerstaffel gelaufen wurde. Damit demonstrierte die Männersprintstaffel auch im vierten Jahr hintereinander ihre kontinuierliche Stärke – die besten 10 Zeiten in der Bestenliste wurden alle in den Jahren 2014 bis 2017 erzielt, in wechselnden Besetzungen. Nachdem einige Staffelmitglieder früherer Jahre nun im Ausland studieren, irgendwie aufgehört haben oder sich sonst rar machen, ist in diesem Jahr mit Hendrik Becker und Patrick Gottschalk (beide neu von der TG Zeilsheim zu uns gestoßen) die Basis wieder breiter geworden. Beide tummeln sich auf den Strecken 100m bis 400m.

In fast gleicher Besetzung (Milan Zengeler für Patrick Gottschalk) holte das Quartett noch eine zweite Medaille – Platz 3 über 4x400m mit sehr guten 3:23,07. Es war ein aufregender Lauf, in dem am Schluss Kai fast noch den auf Platz 2 einlaufenden Wehrheimer Schlussläufer gepackt hätte; es siegte übrigens die Staffel aus Gießen. Die Endzeit ist die zweitbeste Zeit der Vereinsgeschichte gelaufen, nur die Vereinsrekordstaffel mit Fabian Hromadka, Steffen Trenk, Alex Lierke und Kai Strauch lief 2015 in Viernheim mit 2:22,94 eine um 13 Hundertstelsekunden schnellere Zeit. Den Kreisrekord hält übrigens der TV Lorsbach seit 1995 mit 3:21,55. Ein lohnenswertes und machbares Ziel für die Staffel bei nächster Gelegenheit.
Stand 1.6.17 liegt das Quartett auf Platz 14 der DLV-Bestenliste 2017. Für das Finale musste bei den DM 2016 eine Zeit von 3:22,16 gelaufen werden - das ist doch drin!Im DM-Finale betrug die Zeit für Platz 8 3:20,79.

Eine zweite Bronzemedaille gab es für die 4x400m Staffel der w U 20, die mit Helena Broj, Alessa Honetschläger, Vivien Wagner und Hannah Müller zum 5. Mal hintereinander eine Medaille holte – nach viermal Silber jetzt also Bronze. 2012 hatte es Gold gegeben, 2010 Silber (nur 2011 war keine Staffel am Start) – es ist also eine lange Erfolgsgeschichte.

Knapp an einer Medaille vorbei sprintete das 4x100m-Frauen-Quartett, das mit Ellise Meyer, Paula Wendt, Helena Broj und Vivien Wagner auf Platz 4 einkam. Ein besserer Wechsel hätte vielleicht noch die Chance auf Platz 3 eröffnet. Ebenfalls medaillenlos blieb die 3x800m Staffel der Frauen, die zum ersten Mal seit Langem wieder an den Start ging und in der Besetzung Silke Dittombée, Eileen Müller und Alessa Honetschläger auf Platz 5 landete, aber mit 7:30,40 einen neuen Vereinsrekord aufstellte. Den alten hielt das Trio Corinna Pasche, Daria Christian und Sabine Hohm, das vor 17 Jahren in Wiesbaden 7:32,92 gelaufen war. Einen guten Platz 8 unter 13 teilnehmenden Staffeln belegte über 3x800m das w U 16 Trio mit Paulina Risto und den Zwillingen Eva und Mirja Wagner. Mit 8:09,71 liefen die drei auf Platz 3 der ewigen Vereinsbestenliste – den Vereinsrekord halten hier Lena Naumann, Lisa Diemerling und Ellise Meyer seit 2008 mit 7:46,38.

Die SeniorInnen steuerten 3 Titel zur Gesamtbilanz bei. Bei insgesamt recht überschaubaren Feldern gewannen Thorsten Suthues, Andreas Reuschenbach und Andreas Geißer die 3x1000m in der Altersklasse M 40, siegten Irene Bell, Petra El Alamy und Gaby Baltruschat über 3x800m bei den W 40 und Petra El Alamy, Irene Bell, Sabine Müller und Anne Reuschenbach lagen in der 4x400m Staffel der Altersklasse W 30 ganz vorne. Die 3x800m Staffel lief dabei mit 8:06,30 eine ganz starke Zeit, die Platz 9 in der ewigen Bestenliste der Frauen bedeutet.

Für die 4x100m Staffeln der w U 16 sowie der m U 18 war leider schon nach den Vorläufen Schluss. Dabei waren die Zeiten durchaus recht ansprechend. Die U 18-Staffel Leo Kohlhepp, Vincent Pruy, Till Müller und Johann Reiter lief mit 49,87 die siebtbeste Zeit der Vereinsgeschichte. Den VR hält hier das Quartett Fabian Hromadka, Fabius Hobler, Kilian Gautsch und Nico Best seit 2011, als in Kassel 45,67 gestoppt wurden. Und auch Paulina Ristos, Leeloo Pruys sowie Eva und Mirja Wagners Zeit von 54,31 kann sich sehen lassen – Platz 7 der ewigen Vereinsbestenliste der w U 16.

Insgesamt gab es für die 10 angetretenen Staffeln 4 mal Platz 1, 2 mal Platz 3 sowie je einmal Platz 4, 5 und 8.

Getrübt wurde die Veranstaltung durch es eine ganze Reihe von organisatorischen Pannen des bzw. der Veanstalter. Am Anfang funktionierte die Ansage nicht bzw. nur unzulänglich – Staffeln wurden nicht vorgestellt und der Rennverlauf nicht gut gut kommuniziert. Dazu schallte parallel Musik von einer Nebenveranstaltung („Nashville style“) herüber, die die dann hier und da doch vorhandenen Ansagen überlagerte. Siegerehrungen wurden angekündigt und dann doch nicht durchgeführt. Allein unsere Männerstaffel wurde dreimal aufgefordert, sich für die Ehrung bereitzuhalten und dreimal geriet die Aktion in Vergessenheit. Höhepunkt war dann der mindestens einstündige Ausfall der Zeitmessanlage (nicht das erste Mal in Friedberg). Was das für eine reine Laufveranstaltung bedeutet, ist unschwer auszumalen – nichts ging mehr. Und am Schluss der Veranstaltung konnten die letzten Siegerehrungen nicht mehr durchgeführt werden, weil die Mikrofone aufgrund der Hitze ausfielen – das haben wir in dieser Form auch noch nicht erlebt.



FM